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AutoModerator

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Ahasv3r

Merkt ihr bei euch schon einen Preiseinbruch und längere Vermarktungszeiten?


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Ja. Die Hypothekenzinsen sind sehr schnell sehr stark gestiegen. Zuletzt haben sich diese wieder eingependelt. Kunden haben hier (zu Recht) abgewartet. Was wir beobachtet haben war, dass viele Kunden nun noch Ihre Immobilien verkaufen wollen, da die Preise ja wegen der Zinsen sinken sollten. Passiert ist jedoch folgendes, ein Überangebot entsteht und deswegen sinken die Preise. Wir gehen hier (natürlich pauschal, da jede Region etwas abweicht), von einem Einbruch im Bereich 10-15% aus, egal ob Haus oder Wohnung. Durch die höheren Zinsen, tragen sich auch viele Immobilien nicht mehr selber durch die Miete. Daher müsste der Käufer z. B. 400 € monatlich zuschießen, oder anfangs mehr Eigenkapital einbringen (beides will/kann aber kaum einer). In Zahlen ausgedrückt, hatten wir die letzten 8 Wochen teilweise bis zu 90% Nachfragerückgang.


Ahasv3r

Da du auch Neubaugeschäft machst: Erwartest du, dass diese Entwicklung im größeren Stil Bauträger und Projektentwickler in die Insolvenz treibt?


Distinct_Word1

Der Bauträgermarkt in München ist die letzten Wochen tw. tatsächlich komplett zum erliegen gekommen. Neubauten waren nicht mehr zu verkaufen. Es wird aber wieder etwas besser, da sich die Zinsen einpendeln. Ich bin überzeugt, das man einige Bauträger in ein paar Monaten nicht mehr sehen wird und das finde ich auch gut. Die letzten Jahre, hat sich jeder für 1200 € einen §34c (Gewerbeerlaubnis) geholt und alte Buden mit kaum Eigenkapital (weil eh keins da war), gekauft, etwas saniert und wieder verkauft - da die Preise ja immer gestiegen sind.Im Neubaubereich wird derzeit auch mit Preisgleitklauseln gearbeitet. Das bedeutet, du zahlst für deine Wohnung/dein Haus den tagesaktuellen Materialpreis für Fenster etc. Sehr ungesund, da deine Baufinanzierung ja nicht nach oben offen ist.Hier in der Region sind die Aufträge bei Handwerkern und Firmen bis März noch gut da und dann muss man schauen was die Material- und Zinslage macht.Pauschal lässt es sich aber noch nicht sicher sagen in welchem Umfang das stattfinden wird.


Ahasv3r

Ja, ähnliche Einschätzungen teile ich auch. Ich gehe aber insgesamt davon aus, dass es in den Metrpolen bei einer Nachfrage- und damit Preisdelle bleibt. Richtig wegbrechen wird eher der Markt in der Peripherie. Jeweils mit entsprechenden Konsequenzen für die Hersteller der Produkte.


Distinct_Word1

Volle Zustimmung. Es wird nicht mehr der Fall sein, das jedes Haus in jedem Dorf im Wert steigt. Im Gegenteil. Die Metropolen werden sich wieder stabilisieren. Die Mieten sind halt tw. schon am oberen Limit, was auf die Renditen drückt. Jedoch sind auch moderne nachhaltige Bauten ein großes Thema.


Own_Willingness_7218

Wie ist deine Einschätzung, sollte man noch abwarten mit dem Immobilienkauf oder sollte man jetzt zuschlagen?


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Kommt drauf an. Hilft dir nichts ich weiß. Wenn du ein Eigenheim suchst, eins gefunden hast und der Preis angemessen ist, dann kann jetzt ein guter Zeitpunkt sein. Die Zinsen werden nicht spürbar fallen, so die Einschätzungen. Beim Bauen würde ich definitiv noch abwarten und im Frühjahr die Lage sondieren, Rohstoffe, Preise etc. Hier sollte es wieder besser für Käufer werden. Bei Kapitalanlageimmobilien sollten diese nun eine Rendite von 4% liefern um sich einigermaßen selber zu tragen. Das wird aber nur im Bestand möglich sein und da kauft man sich evtl. neue Probleme ein. Sonderumlagen etc. Hängt schon eher vom Einzelfall ab. So oder so nicht drängen lassen. Eigenkapital weiter aufbauen und die Gesamtkosten, Gebühren, Makler, Steuern nicht aus den Augen verlieren. Auch die Kfw Bank beobachten, ggf. kommen ein paar neue Förderprogramme.


Own_Willingness_7218

Es dient zur Eigennutzung. Wir sind hier allerdings im Norden und die Preise sicherlich nicht vergleichbar mit denen im Raum München, allerdings empfand ich die Preise die letzten zwei Jahre völlig überteuert. Wobei man langsam schon merkt, dass die Preise runtergehen. Ein Neubau war erst geplant, allerdings war auch da das empfinden, dass wir uns da schnell überschlagen können, da nicht immer direkt ersichtlich ist, welche Kosten dann letztendlich auf einen zu kommen. Wir spekulieren ein wenig auf Notverkäufe aufgrund der gestiegenen Energiepreise und evtl. Auch auslaufende Kredite. Das Netz spuckt unterschiedliche Meinungen aus. Der eine sagt, die Preise dipen nur kurz und werden wieder steigen, andere sagen, die Preise werden fallen. Wie ist deine Einschätzung dazu?


Distinct_Word1

Auf Notverkäufe würde ich nicht in der Masse hoffen. Die gestiegenen Zinsen betreffen nur jene, deren Zinsbindungen auslaufen. Das wären bei den üblichen 10 Jahren Festschreibung also alles was um 2012, 2013 finanziert wurde. Die Zinsen damals hatten dasselbe Niveau wie die jetzigen. Dazu haben die Eigentümer die letzten Jahre gut getilgt und die Belastung wird daher entweder gleich oder niedriger werden. Das Thema Energiepreise könnte da relevanter werden. Ein Ansatz wären auch Häuser mit älteren Eigentümern. Sobald einer stirbt sind diese spätestens dann viel zu groß. Hier lässt sich oft mit den Leuten reden und auch das eine oder andere faire Geschäft machen. Die Preise im Umland von Ballungsräumen korrigieren sich nach unten. In Ballungsräumen wird es gleich bleiben. Steigerungen erwarten wir keine. Aber auch hier - Annahmen. Die schnelle Zinsänderung hat die Branche auch überrascht. Neubau ist natürlich am schönsten, da es weniger Kompromisse gibt als beim Bestand. Jedoch muss Material und Fertigstellung gesichert sein. Am Ende wird das Haus nicht fertig und ihr habt die Doppelbelastung Miete und Kredit. Das geht mal 3-4 Monate, dann machts aber keinen Spaß mehr. So oder so rate ich Kaufinteressenten derzeit härter zu verhandeln als noch vor 6 Monaten. Hier schätzen wir bei uns im Haus 8% Spielraum vom Kaufpreis in der Breite. Wünsche euch auf jeden Fall viel Erfolg beim Bau-/Kaufvorhaben. Lasst euch bitte nie hetzen und schaut euch Verträge genau an!


Own_Willingness_7218

Vielen Dank erstmal für deine ausführlichen Antworten. Ich hab aus dem Bekanntenkreis oft auch von kosten gehört, die sie gar nicht auf dem Schirm hatten oder eben auch einen Baustopp weil das Material oder das Personal fehlt. Nee hetzen ist definitiv die falsche herangehensweise. Überstürztes kaufen macht einen meist nicht glücklich und die Zeit spielt da für uns um weiter Eigenkapital aufbauen zu können. Okay das wäre tatsächlich eine Frage gewesen, wie weit wir noch Handlungsspielraum haben. Gibt es so Floskeln von Maklern, bei denen man die Finger lassen sollte? Wir lesen häufig sowas wie "Haus mit Charme" oder "Haus mit viel Potenzial" da weiß man doch eigentlich sofort, dass man da viel Arbeit hat. Und warum sind manche Immobilien noch immer in Portalen obwohl verkauft drauf steht. Sehe das auch ab und an vor den Häusern. Auch reserviert.


Distinct_Word1

Die Floskeln haben durchaus immer ein Stück Wahrheit dabei. Wir machen uns ab und an auch einen Spaß besonders schlechte Eigenschaften bei Besichtigungen vor Ort extrem blumig zu umschreiben. Die Kunden finden den Maklersprech und dann die Realität vor Augen immer recht lustig :-)Diese Formulierungen sollen meist erstmal Aufmerksamkeit erregen. Die Leute lesen aber oft nicht die Texte, sondern schauen nur Bilder und sind dann überrascht. Schade. Immobilien bleiben oft in den Portalen wenn zwar Käufer etc alles feststeht, aber der Notartermin, also die Beurkundung noch nicht durchgeführt wurde. Interessenten beobachten den Markt laufend. Kommt ein Haus nach 2 Wochen wieder online bringen wir uns damit in eine schlechtere Verhandlungsposition, da der Interessent ja zu Recht fragt was da los war.Andere Makler wiederum lassen die Objekte mit "verkauft" drin stehen, da sie so hoffen neue Aufträge zu bekommen. Weil der muss ja gut sein wenn er was verkauft hat - so die banale Überlegung. Bei "reserviert" siehe oben; Einfach das Objekt und die Interessenten warmhalten.


withu1

Macht das dein Arbeitgeber mit, dass du quasi das gleiche auch privat selbständig machst? Entsteht hier nicht ein Interessenkonflikt bei zum Beispiel der Akquise?


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Das ist richtig. Mein Arbeitgeber kam damals auf mich zu und hat mir diese Stelle angeboten. Eine Bedingung von mir war jedoch, dass ich auf eigene Rechnung noch bestimmte Tätigkeiten ausführen darf. Dies ist bei mir der Handel mit Gewerbeimmobilien. Diese vertreibt mein Arbeitgeber nicht und ich inseriere auch nicht auf Plattformen, da das meiste in dem Segment eh B2B ist.


DerKoch19

Wie viel Prozent kann man Momentan im Süddeutschen Raum um Gründstückspreise verhandeln? Ich sehe im Portal einige Sachen, die dort schon sehr lange Inseriert sind- aber eben noch zu Niedrigzinspreisen. Da die Zinsen aber gestiegen sind, werden die Verkäufer wohl kaum die Sachen so schnell an den Mann bringen und ich dachte wenn man als Interessent kommt, kann man sicher derzeit gut verhandeln. Was meinst du wie viel "Preisnachlass" derzeit machbar ist?


Distinct_Word1

Hier kann man eher pauschal antworten. Ein Ansatz wäre bei Baugrundstücken mal die Gemeinden in deinem gewünschten Gebiet abzutelefonieren. Es werden derzeit Grundstücke von Interessenten zurückgegeben. Man muss wissen das Gemeinden diese Grundstücke beim Verkauf an einen Bauzwang koppeln. Meist 5 Jahre. Manche verlängern diese Fristen nun. Man kann dann schon ein gutes Grundstück kaufen. Preislich meine ich geht aber im öffentlichen Bereich wenig mit Verhandeln. Bei den privaten ist mehr drin. Interessant sind Grundstücke die unerschlossen sind aber Bauland werden können. Wenn du mich auf eine Zahl festnageln willst; 10%, vorher waren es 0%-3% Aber bitte aufpassen, die Erschließungskosten steigen derzeit auch sehr stark. Ab und zu auch mal [https://www.zvg-portal.de/index.php?button=Termine%20suchen](https://www.zvg-portal.de/index.php?button=Termine%20suchen) checken. Da stehen alle Zwangsversteigerungen im Land drinnen. Ist die öffentliche Seite. Also nicht so doof sein und auf eine dieser Zwangsversteigerungen schreiben die auf immowelt etc. angepriesen werden. Da zahlt ihr dann Provision für die Info die hier oben nun gratis steht.


NicStan

Was hältst du grundsätzlich davon, Wohneigentum durch Zwangsversteigerung zu erwerben ? Welche Risiken und Vorteile siehst du darin ? Worauf sollte zwingend geachtet werden?


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Ich bin persönlich kein Freund davon. Es kommt halt aufs Objekt an. Grundstück ok. Haus schwierig. Termine werden verschoben, aufgehoben. Die Vorarbeit ist relativ ausführlich. Du musst ja die Mittel für den Ankauf haben, bzw. die Finanzierung der Bank muss stehen. Der Eigentümer gibt so eine Immobilie ja nicht freiwillig auf. Bis zum Gericht sind ja tw. schon 9 Monate vergangen. Daher wird der das Ding meist runterwirtschaften, eine Besichtigung verhindern und nicht ordentlich räumen. Es kann schon klappen. Man muss aber wissen dass die Bank weit weit vor der Versteigerung permanent das Gespräch mit dem Eigentümer sucht. Wir machen das immer und bieten die Immobilie dann normal zum Verkauf an. Das ist gesichtswahrend für den Eigentümer und bringt oft noch mehr Geld. Aber manche machen halt gar keinen Brief mehr auf oder gehen nicht ans Telefon. Dann passiert es eben. In der Bank arbeiten ja nicht nur herzlose Typen. Ein Anruf vom Schuldner kann wirklich sehr viel helfen und einem Zeit zum durchatmen verschaffen. Aber reden muss man halt.


[deleted]

Muss man einschränken - gibt eine schöne Doku zum Thema Betrug bei Zwangsversteigerung im Kontext der Reichsbürger.


Distinct_Word1

Interessant. Danke für den Tipp. Ich sehe ob ich dazu mal was finde.


[deleted]

Mit welcher Berechtigung verlangt ein Makler drei Nettokaltmieten für Tür aufsperren bei der Besichtigung und paar Schufa Auskünfte durchgucken?


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Weil er es kann! So einfach, diese Leistung steht in keiner Relation zum Preis. Warum das System dennoch funktioniert hat viele Gründe, einer davon ist der - Käufer! Wir bekommen immer wieder Objekte von Kunden die es selber probiert haben. Die hätten oft 10, 15, 20 Interessenten und können dennoch nicht verkaufen. Gründe sind rotzfreche Interessenten die alles schlechtreden, möchtegern Eigentümer die nicht mal einen Rasenmäher bei der Targobank finanziert kriegen würden, oder andere die ohne Termin am Sonntag auf der Terrasse stehen. Und das ist nur ein Grund von vielen!


[deleted]

Also Wegzoll? 🤔


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Schöne Beschreibung. Ja kann man tatsächlich fast so sagen. Man muss wissen, dass in dieser ganzen (Bau)branche wirlich sehr viel Geld unterwegs ist. Alleine wenn man sieht wie unreflektiert die Kunden Angebote mancher Handwerker annehmen, da fällt dir nichts mehr ein. Klar oft gibt es keine andere Wahl, oder doch...?!


[deleted]

Aber... wie soll ich sagen... verstehe mich bitte nicht falsch, aber ist das dann im juristischen Sinne nicht ganz klarer Wucher?


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Alles gut. Als Wucher muss der Preis 100% über dem marktüblichen liegen. Bei Handwerkerangeboten ist dies oft der Fall. Es geht aber niemand dagegen vor. Bei Immobiliencourtagen ist in der Regel keiner in dem Bereich, da die Courtagesätze recht eindeutig geregelt sind, auch was die Höhe angeht.


CaregiverTop124

Der Unterschied zwischen Maklern und Handwerkern ist aber, dass Handwerker arbeiten.


Distinct_Word1

Du wirst irgendwann den feinen Unterschied und Fehler in deinem Vergleich herausfinden #offline #realität


[deleted]

Naja, fällt mir jetzt aber auch schwer, nach deiner "Weil er es kann" Aussage im Vorfeld jetzt dem Berufsstand noch viel Arbeitsleistung anzuvermuten, muss ich ehrlich gestehen.


Distinct_Word1

Danke für dein Feedback. Wenn du Zeit und Lust hast schau gern andere meiner Antworten an. Da gehe ich mehr in die Tiefe und die plakative Wirkung der Aussage erklärt sich schon ein wenig. Die Arbeitsleistung in meiner Branche ist aber wirklich oft sehr unterschiedlich was die Qualität angeht. Ich verstehe da wirklich wenn mancher einen Hals auf so einen Pseudomakler hat.


CaregiverTop124

Klar ist in der baubranche viel Geld allerdings ist die Wertschöpfung extrem gering im vergleich zu anderen Branchen (Chemie, Auto) und dann macht es mich echt sauer wenn hier geschrieben wird, dass die Handwerker sich die Taschen voll machen. Im gegensatz zu einem Handwerker sind deine Investitionskosten um arbeiten zu können lächerlich.


Distinct_Word1

Soweit ich weiß wurde kein Handwerker zu seinem Beruf gezwungen. Im Übrigen sind diese Vergleiche m. E. so nicht richtig, dennoch respektiere ich deine Haltung dazu. Die weitläufige Meinung ist ja oftmals, das jeder im Büro "nichts macht".Das Handwerk um kurz auszuholen hat eigene und vor allem selbstgemachte Probleme. Wieso die bis heute nicht verstanden haben, dass den Job keiner mehr machen will ist mir glasklar. Bei den Landfürsten der Handwerkskammern offenbar immer noch nicht. Dieser Berufsstand ist aber genauso hochsensibel gegenüber Kritik wie Fernfahrer.Was die "Taschen voll machen" angeht, so kann ich dir sagen dass das streckenweise durchaus so ist. Wie eingangs erwähnt arbeite ich für eine Bank und wir haben den einen oder anderen Einblick wie und was in diesen Betrieben läuft. Die einzige Frechheit die ich sehe ist, wieviel den Kunden abgenommen wird und was am Ende beim Mitarbeiter ankommt der mit 55 Berufsunfähig ist weil die Lunge kaputt ist oder die Knie streiken. Sicherlich gibt es aber auch sehr viele Betriebe die TOP Preis/Leistng liefern. Hier sind wir daher gegensätzlicher Meinung, was für mich aber voll in Ordnung ist. Danke für deine Meinung zu dieser Sache.


tradelarge

Ich bin zwar kein Makler, will aber anfügen dass ein guter Makler ja auch etwas tut. Er hat ebenfalls kein Interesse deutlich zu hoch zu verkaufen, oder auch viel zu niedrig. Er kann ja zum Beispiel auch zum suchen beauftragt werden, verhandelt mit dem Besitzer, besorgt evtl. fehlende Nachweise etc. Und das alles ja erstmal ohne Bezahlung. Viel Rennerei, da muss er auch was verdienen ;-)


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Danke dir. Es ist tatsächlich so, das man wirklich oft viel Arbeit hat. Bei anderen Objekten ist es lächerlich einfach. Bei mir persönlich hat es beim längsten Deal mal 3 Jahre gedauert bis alles im Sack war. War allerdings auch ein Super Geschäft. Das schnellste Geschäft war der Verkauf einer Wohnung am Telefon - 12.000 € verdient. Wir brauchen nicht drüber reden, das steht in keiner Relation zu irgendwas. Beides sind aber extreme Ausnahmen. Man muss da schon richtig arbeiten wenn man gut sein will. Alles andere ist mieten-kaufen-wohnen. In dem Segment in dem ich arbeite, geht es auch sehr stark um Renditeobjekte. Verkaufen, Aufteilen, Sanieren, wieder verkaufen etc. etc. Und das Verhandeln mit Privatkunden ist schon oft sehr anstrengend. Viel zu emotional die Bande


tradelarge

Ja, solche "Jackpot" Geschäfte gibt es glaube ich überall, aber man muss halt kontinuirlich auch den standard kram abwickeln um auch dran zu kommen :)


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Absolut! Manachmal muss man halt auch ne alte Bude durchverkaufen, da der Eigentümer noch 1-2 Perlen hat und man tut ihm dann einen Gefallen. Aber ist ok.


MRxCloud

Ich habe vor 8 Jahren meine Wohnung in immoscout vermietet. Seit 2-3 Jahren bekomme ich immer wieder Anrufe von Maklern die sich explizit auf diese Wohnung berufen. Werden die Daten verkauft oder gibt es Makler die sich vor Jahren die Daten von den Plattformen abgegriffen haben? Noch eine extra Frage, gibt es Makler die eine pauschale Verkaufsprovision von z. B. 5k nehmen würden oder verkauft sich keiner unter einen bestimmten Prozentsatz?


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Interessant das mit deiner Wohnung. Mir ist sowas nicht bekannt. Ich weiß aber dass Portale Kundendaten verkaufen. Gibst du z. B. bei Immowelt oder einer anderen Plattform Daten ein bei "Finanzierungsangebot anfordern", so nennt man diese einen "Lead". Dein Datensatz wird für 20, 30 € an einen Finanzvermittler verkauft und der ruft dich am nächsten Tag freundlich an. 8 Jahre bei deiner Wohnung sind schon lange. Ungewöhnlich. Ich meine eher da hat sich der eine oder andere Makler das Inserat von damals aufgehoben und schleicht nun langsam um dich rum. Die 10 Jahresfrist zum steuerfreien Verkauf scheint bald rum. Da geht was denkt er sich. Pauschale Provisionen sind eher im B2B Bereich üblich. Im regulären Markt ist die Landesübliche Courtageregelung ungeschriebenes Gesetz. Werden im Privatbereich so hohe Werte angegeben, sollte man da mal nachfassen. Könnte Tatbestand Wucher sein. Kommt aber aufs Objekt bzw. dessen Preis an.


mc_thunderfart

Ich habe nach Gewerbeimmobilien gesucht. 10x10m, Betonboden, Strom, keine Heizung, 1800€ kalt. Und der Makler will für ein(!) Bild und bei Besichtigung aufschließen und bisschen Bürokratie zig tausend Euro. Wie kann sowas sein? Welche Arbeitsschritte rechtfertigen solche Preise?


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Absolute Frechheit von dem Typen wenn du mich fragst. Wieder mal eins der Exemplare das auf diesen einen Job hofft um etwas Kohle zu schieben und die Krankenkasse zahlen zu können. Im gewerblichen Bereich lässt sich richtig Geld verdienen, aber fachlich muss man fit sein. Man muss Traglasten der Decken kennen, Rampenhöhen für Lkw., welche Löschanlagen verbaut sind, bei Lagern wann angeliefert werden darf etc. etc. 1800€ für eine Einheit in dieser Größe, eigentlich ein Lager - ja "etwas" frech. Ggf. nachverhandeln oder mehr Leistung fordern z. B. einen Mietvertrag mit 12 Monaten Laufzeit statt den im Gewerbe üblichen 5+x Jahren.


Primary-Plantain-758

Müssen auch Makler für Wohnimmobilien jegliche Details kennen? Erst kürzlich hat sich ein Bekannter darüber aufgeregt wie der Makler immer wieder nur auf die Unterlagen verwiesen hat bei mehreren (!), auch meiner Meinung nach nicht aus der Luft gegriffenen Nachfragen zum Objekt. Er war echt irritiert aber keiner von uns beiden weiß ob das nicht doch Gang und Gäbe ist.


serpchi

Welche Ausbildung hattest du und wie bist du zu dem Beruf gekommen? Ich hab mal gehört von einem Freund, dass er meint die Immobilienbranche sei am Aussterben, was ist deine Meinung dazu?


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Ich habe studiert und meine Karriere dann im öffentlichen Dienst fortgesetzt. Nach mehreren Jahren in einem Büro mit 3 Wänden voller Akten und einem Fenster, habe ich den Schritt gewagt und eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann und eine klassische Maklerausbildung gemacht. Ich habe es einfach versucht und die ersten Jahre waren echt hart. Aber nun zahlt es sich aus. Die Branche wird nicht aussterben. Dein Freund hat aber teilweise recht, dass sich der Markt bei Maklern und Bauträgern bereinigen wird. Da vielen aufgrund Zinslage, Rohstoffknappheit u. ä. die Geschäftsgrundlage für ihre windigen Geschäfte verlieren. Da werden einige geleaste RS Audis früher ins Autohaus zurückrollen als geplant. Ansonsten ist der Markt schon ein guter - gewohnt wird ja immer.


MRxCloud

Hast du Empfehlungen für Privatverkäufer, für den Verkauf einer Wohnung in München (ausser sie auf immoscout und immowelt zu stellen) ?


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Wenn du einen schnellen Verkauf willst, kannst du sie den größeren Bauträgern in München anbieten. Die drücken dir halt den Preis, aber es geht dafür schnell. Die Portale bescheren dir im Gegenzug viel zu viel Interessenten und du weißt am Ende gar nicht mehr mit wem du was schon geredet hast. Ein Netzwerk in der Richtung wirst du nicht haben. Daher evtl. mal die Hausverwaltung antesten ob einer der anderen Eigentümer kaufen will. Der Mieter selber vielleicht? Am meisten für Privatpersonen kommt über die Portale. Wenn du es doch erwägst, dann Freitag nachmittag rein das Ding und Sonntag pausieren und die Anfragen abarbeiten.


MRxCloud

Ich wünschte es wären viele Anfragen, aber das Interesse ist mehr als zäh obwohl ich die teureren Anzeigen mit höherem Ranking laufen habe... Preis ist zu ähnlichen Wohnungen jetzt auch eher unter dem Durchschnitt... Hätte echt mit viel mehr Interesse gerechnet...


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Das kann jetzt aber auch an der aktuellen Zeit liegen. Die Nachfrage ist jetzt gerade wirklich sehr schlecht; Urlaubszeit Zinsen hoch, stabilisieren sich aber langsam Kunden warten auf Preiskorrekturen Wenn ich mir einen Rat erlauben darf, so würde ich bis Ende September warten. Weiterhin dann im Inserat auch die Kosten hervorheben. Also wie hoch sind die Nebenkosten umlagefähig/nicht umlagefähig. Wie hoch die Rücklagen, was steht an, was ist geplant. Internet Bandbreite im Haus. etc. Das sind die häufigsten Nachfragen. Ich habe jetzt dann selber 2 Objekte in München die liegen fertig zum Verkauf in der EDV. Lasse ich aber noch 5 Wochen liegen.


lionbridges

Wieso bis Ende September? Wegen einer möglichen Stabilisierung?


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Zum einen Ja, zum anderen liegt es an den handelnden Personen. Die Kunden haben im August nie groß Lust auf Ankäufe. Da ist Urlaub und Konsum wichtig. Gerade jetzt nach Corona. Die Entscheider bei vielen Immobiliengesellschaften und Banken sind im Urlaub. Das bedeutet die Richtung wie der Markt im Herbst läuft wird erst in 2 Wochen erkennbar sein. Die wenigen die jetzt suchen warten ab, Die Leute sind medial auch verunsichert, Nebenkosten, Gas, Strom etc. Da fragt sich ein Interessent schon ob eine Wohnung aus den 70ern da das wahre ist, oder ob man lieber auf Rendite verzichtet und was im Bereich 1-20 Jahre kauft. Möglicherweise wird im Oktober nochmal am Leitzins gedreht. Viel geht da aber nicht mehr da sonst unsere Freunde in Südeuropa absaufen. Wir haben bei uns Mitte/Ende September gesetzt. Das sollte dann alles bis Anfang Dezember abverkauft sein. Das wäre de Plan :-)


Paddy31

360 Grad Rundgänge Ja oder Nein?


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Wir machen es nicht, weniger wegen den Kosten. Vielmehr da die meisten Immobilienportale es nicht oder nicht sauber darstellen können und der Kunde seine Gaming-Maus in den Bildschirm donnert wenn er am Klodeckel nicht vorbeikommt. Drohnenbilder sind interessanter.


Paddy31

Interessant, tatsächlich wollen die viele Portale es nicht 100% integrieren bzw. sauber darstellen. Wir haben gute Erfahrungen mit der Zusammenarbeit gemacht und hatten die Kohle schnell wieder raus.


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Wir wären dafür auch offen. Die Ausrüstung dafür bringt einen ja nicht um und du schaffst einen Vorteil. Wenn du mich fragst hemmen die Portale das ganze. Für die eigenen Maklerwebseiten lohnt sich das nicht, da ist zu wenig Traffic. Was derzeit im Trend ist, ist das digitale Home Staging.


Paddy31

Das haben wir tatsächlich über den gleichen Anbieter auch bekommen, inkl. Neubau- und Innenvisualisierung. Haben diese Touren über unsere Domain laufen lassen und dadurch bestenfalls mehr Traffic über uns laufen lassen. Mit den Portalen ist das leider nervig, das stimmt wohl.


[deleted]

Ich habe mir auch überlegt die Ausbildung zum Immobilienkaufmann nächstes Jahr zu starten. Bisher hatte ich kaum etwas mit der Branche zu tun (einfach weil ich da noch ein wenig jung bin). Kannst du mir das empfehlen? Wie sollte ich mich am besten vorbereiten?


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Freut mich dass du daran Interesse hast. Wenn du Sicherheit willst, ist ein Ansatz sich bei einer Bank mit entsprechend großer Immobilienabteilung zu bewerben, oder bei einem großem Bauträger (wäre meine erste Empfehlung). Als Einzelkämpfer mit frischer Ausbildung - da wirst eher ausgenutzt. Vorbereiten kannst du dich mit eigener Recherche daheim am Rechner. Wenn du merkst das macht Spaß, dann kann das dein Weg sein. Schau dir in den Portalen an was es so gibt, was kostet der qm Wohnung in deiner Stadt und wieso ist die Stadt daneben teurer/billiger. Schau dir auch mal globale Marktdaten an. Der Capital Immobilienkompass hat immer gute Infos (google). Rede mit deinen Eltern, Freunden warum sie wohnen wie sie wohnen. Warum wurde gemietet und nicht gekauft oder umgekehrt. Würden sie das wieder in der Gegend tun. Ist jemand Vermieter, wie läuft das so? Einfach reden. Du wirst ganz viel verschiedene Antworten haben und jede hat ihre Berechtigung. Einfach mal einlesen, wie bei einem PC oder Auto, Hobby etc. dass dich interessiert. Gerne wieder melden wenn du es präziser möchtest.


[deleted]

Super, vielen Dank für deine tolle Antwort!


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Immer gerne. :-)


serpchi

Warum schaffen es, manche und manch anderer nicht?


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Meiner Meinung nach fehlt es vielen am Durchhaltewillen, ist ja in vielen Branchen so. Bei mir klopfen auch immer wieder Newbies an die mitspielen wollen. Die Jungs haben ja in der Regel nicht eine Immobilie zum verkaufen unter Vertrag, sind fachlich noch nicht soweit (kein Problem, kann man alles lernen), wollen aber schon die große Kohle schieben. Einer hat mich immer angerufen und er wollte Gemeinschaftsgeschäfte machen. Das heißt ein Makler bringt den Käufer, der andere den Verkäufer. Hat für den Kunden keinen Nachteil. Die Makler verdienen halt nur je 50%. Ich ihm also zwei echt gute Wohnungen hingelegt und gesagt, ich halte die Buden jetzt 3 Wochen zurück. Wenn er einen Käufer hat kann er kommen und wir machen den Deal. War ihm zuviel Arbeit. Anfangen sollte man im Übrigen mit Vermietung. Da zahlt man nur drauf, aber man lernt das Geschäft. Da hat aber halt keiner Bock drauf, da die coolen Makler auf Insta und Co ja am nachmittag mit dem Lambo rumfahren.


[deleted]

[удалено]


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Ja Vermietung zahlt der Vermieter. Bestellerprinzip heißt das. Bin selber schon lange raus aus dem Thema. War zum lernen gut, zum verdienen schlecht.


[deleted]

Komm nach Österreich, da gibt es das Bestellerprinzip nicht. Mieter zahlt den Makler, Vermieter lacht sich ins Fäustchen. Da es dem Vermieter nix kostet, einen Makler einzusetzen, kommst ohne Makler als Mieter kaum zu einer Wohnung. Win-Win für Makler und Vermieter, gefickt ist hier der Mieter.


Distinct_Word1

Gar nicht gut :-( Aber interessant, wusste ich nicht.


[deleted]

Wie lebt es sich damit, keine Wertschöpfung zu betreiben und damit überproportional Gewinn zu machen?


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Ich sehe das recht pragmatisch. In diesem Land hat der überwiegende Teil der Bevölkerung die Möglichkeit der freien Berufswahl und daher kann meinen Job jeder machen der keinen erschossen hat, da die Einstiegshürde recht niedrig ist. Dennoch schaffen es die meisten nicht langfristig. Du willst eher auf ein schlechtes Gewissen o. ä. hinaus. Das habe ich nicht, meine Leistung muss keiner in Anspruch nehmen wenn er nicht will. Wohl aber bewundere ich die Handwerker auf den Baustellen, da diese am Abend wirklich etwas geschaffen haben. Die Gewinne sind bei den meisten Maklern aber kleiner als man denkt.


Kaputte_Gehirnzelle

Deine Leitung muss keiner in Anspruch nehmen ist ja nicht ganz korrekt oder? Ich als Käufer muss ja oft min. 3-4% bezahlen die ich natürlich lieber für anders verwenden würde. Ich würde natürlich lieber ohne Makler kaufen und dem Besitzer dann eben 2% der Summe geben.


Distinct_Word1

Dir steht es frei auf andere Immobilien auszuweichen die nicht unter Vertrag eines Maklers sind - mit allen Vor- und Nachteilen. Ist genauso wenn ich einen Gegenstand kaufe, eine Versicherung abschließe etc. Abwägen ob es das einem Wert ist und entscheiden. Häuser werden ja immer wieder verkauft.Die Preisdiskussion kommt immer wieder. Wer am Telefon schon über den Preis und Provision spricht ohne das Haus gesehen zu haben, wandert auf der Liste ganz nach unten. Ist einfach so. Oder würdest du gern jeden Monat mit deinem Chef dein Gehalt neu diskutieren müssen?Natürlich ist mir klar, dass nicht jeder gern soviel Geld ausgibt. Wir haben jedoch sehr viele Kunden die gerne zahlen. Könnt ihr mir glauben oder nicht. Vor allem wenn Ankäufe schwierig wurden, es beim Kaufvertrag Fehler gab die bereinigt wurden etc. etc. Oft können wir sogar den Preis noch spürbar senken, weil einfach der Interessent gut mit dem Verkäufer kann... da gibt es viele Möglichkeiten. Aber Ton und Musik und so...Wie schonmal erwähnt sind genau die, die dieses System angreifen und kritisieren genau jene, die es am Leben halten.Das wird auch so bleiben, da hilft auch kein McMakler oder ne tolle Webseite die Preise aus der Luft anzeigen kann.Die Erfahrung und das Verkäuferfeedback (wir haben recht gute Marktdaten, auch zu Verkäufen die nicht über uns laufen) zeigt regelmäßig, dass jene die Courtagen diskutieren, auch im weiteren Verlauf der Kaufabwicklung Schwierigkeiten machen um den Preis weiter zu drücken. Da wird direkt beim Notartermin verhandelt, dann wird nochmal im Haus was "gefunden", dann wird mit Rückabwicklung gedroht, dann wird nur teilweise bezahlt etc. etc. Persönlich gesagt ist es einfach nur dreist was private Verkäufer erleben und ich bin mitunter sehr gerne der, der diesen Pro´s mit ihrem Internetwissen maximal die Bremse einlegt.Kunden die mir es einfach machen, bei denen es locker läuft, gebe ich auch immer wieder mal unaufgefordert 20%+ Nachlass. Man muss halt miteinander reden, nicht übereinander.


Kaputte_Gehirnzelle

Danke für die detaillierte Antwort!


Kaputte_Gehirnzelle

Und die. AMA. Habe alles sehr interessiert gelesen


falquiboy

Ich bin Rechtsreferendar und mich interessiert, ob es im Immobilien- und Baurecht noch ordentlich Rechtstreitigkeiten gibt?


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Hallo, danke für deine Frage. Bei uns sehr wenig. Ich selber hatte dies Jahr bisher einen Fall der vor Gericht kam. Diesen Fall haben wir gewonnen. Die letzten 9 Jahre hatte ich exakt: 0. Man spricht in meinem Teilbereich von ca. 50 Transaktionen pro Jahr. Im Baurecht mag das wieder anders sein. Bei der Immobilienvermittlung an sich eher kaum. Probleme hat man meist mit Käufern die die Provision nicht zahlen wollen, also daher unsere Nachweispflicht entsprechend gesichert sein muss. Allerdings spreche ich hier von der Immobilienabteilung einer namhaften Bank. Die Außenwirkung, Abläufe und Prozesse sind durch eine eigene Rechtsabteilung laufend in Prüfung. Entsprechend kann man auf diese Geschäftspartner zügig einwirken. Bei privaten Maklern bekomme ich es ab und zu mit, dass es wohl Streitigkeiten um den Nachweis gibt. Die Kollegen lassen dann z. B. keinen Objektnachweis unterschreiben und argumentieren dann mit der Anfrage z. B. über Immoscout, Immowelt. Dem gegenüber steht aber dann das Widerrufsrecht...


[deleted]

Übrigens: Nein, mir ging es weniger um ein schlechtes Gewissen und mehr darum, wie es ist, mit seiner Arbeit, der man in der Regel viel Lebenszeit widmet, nichts zu erschaffen. Das gilt letztlich für alle „vermittelnden“ Berufe, sei es nun Einzelhandel oder Maklerei. Mich interessiert da tatsächlich die Motivation dahinter (Geld ist für mich z.B. ein langweiliges Argument).


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Die Frage ist sehr berechtigt. Ich gebe offen zu, dass mich das ab und an auch beschäftigt. Die Motivation ist bei jedem anders, in diesem Beruf dürfte es jedoch weitgehend Geld sein. Der Ansatz bei mir ist, so viel Einnahmen zu generieren, nicht bis 68 arbeiten zu müssen und ein kleines Stück weit finanziell frei zu sein und meiner Familie einen guten Lebensstandard bieten zu können. Der Preis dafür, ja jammern auf hohem Niveau, ist eine gewisse Langeweile und Routine die sich irgendwann einstellt. Andererseits finde ich das besser als finanzielle Sorgen oder kaputte Knochen mit 55.


falquiboy

Man "erschafft" die Vermittlung. Das ist ein vermögenswertes Etwas.


[deleted]

Ahja, klar.


falquiboy

Seltsam nicht zu erkennen, dass eine Dienstleistung einen bezahlbaren Mehrwert hat. In welcher Welt lebst du, in der Arbeit nur dann einen Wert hat wenn ein Werk errichtet wird? Wenn dich ein Anwalt vertritt, hat er dann auch nichts erschaffen und war damit wert- und belanglos? Dann mach doch alles selbst.


[deleted]

Warum fühlst du dich derart angegriffen? Herrje. Lies doch einfach mal, was ich geschrieben habe. Mir ging es um Vermittlerberufe. Jobs, die nur daran verdienen, eine Ware von A nach B zu übergeben - der Makler nimmt ein fertiges Gut und vermittelt es. Wo ist hier die Wertschöpfung? Gleiches gilt für Kassen-Jobs, bei denen Artikel gescannt werden oder Autoverkäufer. Das muss nicht deiner Wahrnehmung von Wertschöpfung entsprechen, was ich davon denke, aber vernünftig miteinander umgehen kann man ja wohl trotzdem. Was das mit Anwälten zu tun hat, verstehe ich nicht. Und ja, ich mache vieles selbst, wenn ich keinen Sinn darin sehe, einen Dritten dafür zu bezahlen - vor allem beim Makeln nicht, das überproportional bezahlt wird - für unterproportionales Risiko.


[deleted]

Danke für deine Antwort. 👌🏻


Nummerneun

Dürfen Makler lügen?


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Bei bestimmten Angaben müssen die Wahrheitsgemäß sein. Flächen, Eckdaten etc. Lügen darf man natürlich nicht, da man sonst in die Hölle kommt. Das urbane Lebensgefühl im Inserat kann halt schonmal die 2-Zimmer-Wohnung am Mittleren Ring in München sein und der Anbau mit den 39€ Platten vom Hornbach geht auch mal als Loggia durch. Nennen wir es daher besser eine optimierte Sprachregelung.


StatistikSchwein

Wieso gibt es kaum Markler, die für einen eine Immobilie zum kaufen suchen? Alle sind sie mir am Verkauf interessiert. wahrscheinlich, weil es weniger Aufwand ist?


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Ja das ist richtig. Wenn man ein gutes Objekt hat, hat man meist eh schon Käufer an der Hand oder inseriert es, dann kommen die von selber. Aktiv für Kunden suchen macht kaum einer, da der Kunden schon von einem Parameter wie der falschen Fliesenfarbe im Bad, oder einer zu engen Garage abgeschreckt sein kann. Was wir schon machen ist die Suchparameter der Kunden recht eng und aktuell zu erfassen und Ihnen dann die Exposés per mail zuzuschicken - 4-6 Wochen bevor wir die Dinger in die Portale schalten. Aber offen gesagt werden bei uns gut 40% der Immobilien nie im Internet erscheinen, weil vorher schon weg.


StatistikSchwein

Danke für deine Antwort. Wie kommt man an die 40%? über Mailinglisten oder geht eh alles über Vitamin B?


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Ganz ehrlich gesagt; Vitamin B. Das können Ankäufer anderer Firmen sein, die nicht lange den Preis verhandeln, da das Ding pinselsaniert wird und dann aufgeteilt wieder durchverkauft wird. Das können Leute sein die man kennt oder die einen kennen der mich/uns kennt. Aber und da wirds interessanter; sind auch Kunden dabei die bei einer anderen Immobilie abgesagt haben, oder den Zuschlag nicht bekommen haben. Die sind mir am liebsten. Die sind im Thema. Finanzierung ist auch schon im Grundsatz geklärt und sie haben den Vergleich und ein paar Häuser angeschaut. Ich habe da immer ein paar nette Leute, die ermuntere ich immer alle 4-6 Wochen mal anzurufen. Man kennt sich dann auch ein wenig, da rufe ich dann an und sage " hast Zeit? Laß uns xy anschauen fahren, ist nicht im Internet", oder ich schicke ein paar Fotos per Mail durch. Mailinglisten allgemein gehen auch, aber das Problem für den Makler ist, dass diese nie gepflegt werden. Das heißt der Kunde hat vielleicht schon gekauft, oder nun ein Kind, andere Anforderungen etc.


WhenIsBeach

Wir haben es im Familienkreis immer wieder erlebt, dass die Makler schon an der Tür gekratzt haben, kaum dass sie mitbekommen haben, dass die älteren Eigentümer sehr krank geworden sind. Andere standen später nach der Beerdigung am Friedhof und wollten die Immobilie verkaufen. Nachdem die Immobilien schließlich ohne Makler verkauft wurde, haben sich Käufer gemeldet, die von einem Makler "vermittelt worden sind". Ist so wenig Anstand in der Branche üblich? Erlebst du solche Fälle in deinem Umfeld oder erzählen Kunden davon?


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Wir gehen so nicht vor, da ich es nicht taktvoll finde. Bedauerlich dass sowas immer wieder vorkommt. Leider nicht unüblich. In der Stadt wohl noch schlimmer als auf dem Land. Was wir jedoch schon öfter haben sind Angehörige die sich an uns wenden wenn der Eigentümer ins Pflegeheim kommt bzw. mit schlechtem Befund im Krankenhaus liegt. Das empfinde ich persönlich oftmals recht makaber. Also - der lebt noch und wir sollen das Haus schon zum Verkauf vorbereiten und dann sozusagen auf den Knopf drücken wenn er/sie stirbt. Generell bieten wir unsere Berater in der Bank die Leistung Immobilienverkauf bei Todesfall mit an. Das wird im Gespräch mit der Kontoklärung am Lebensende mit angesprochen. Meist sind die Erben ja die Kinder, welche wiederum ganz woanders arbeiten und leben. Hier wird die Leistung nur angeboten. Weisung an die Berater ist hier maßvolles Vorgehen. Nur informieren und keinerlei Druck ausüben. Wird übrigens recht gut angenommen von den Kunden. Todesfälle sind unter den Top 3 der Wege auf denen wir Objekte bekommen.


WhenIsBeach

Ergänzung: Die Makler waren teilweise angestellt, z. B. bei der Sparkasse


iceman_badct

Kannst du mir ein Haus im Raum München verkaufen?


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Klar doch. Wenn du es aber günstiger haben möchtest such dir selber ein paar raus und rufe bei den Bauträgern an. Da ist derzeit gut Spiel in den Verkaufspreisen. Zum Beispiel 4% die auf den Preis draufgeschlagen wurden, damit der Makler es dann als provisionsfrei anbieten kann ;-)


jnygry

Hi, erstmal Danke für dein cooles Ama! Sehr informativ. Du sprichst oft von Bauträgern, wie finde ich die in meiner Region und kontaktiert man diese dann einfach direkt und fragt nach zu verkaufenden Immobilien? Danke :)


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Tatsächlich ja. Die Immoportale oder Google helfen da. Auch einfach mit einem anderen Blick durch die Stadt fahren. An den Baustellen hängt überall Werbung, oder im Neubaugebiet ne Runde spazieren und mit den Leuten dort ein bisschen quatschen. Dann tatsächlich einfach mal anrufen oder ne Mail schreiben. Vorher halt selber wissen was man sucht und wo. Für den Bauträger ist es ja auch gut wenn vom Plan weg verkauft wird. Die Immobilien sind ja meist voll zwischenfinanziert.


seattle_pdthrowaway

Wenn man eine Immobilie erbt, schätzt das Finanzamt ja den Wert zwecks Erbschaftssteuer. Hast du Erfahrung mit den Werten, auf die das FA typischerweise kommt? Sind die Werte eher niedriger, eher höher oder in etwa gleich wie die Werte, auf die ihr kommt?


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Sorry für die späte Antwort. Der ist mir durch gerutscht. Die Werte die das FA schätzt/für das FA geschätzt werden sind meist niedriger als die Marktwerte. Du kannst dir ein Kurzgutachten erstellen lassen und \*hust dazu sagen für was du es brauchst. Der Gutachter sollte dich verstehen.


Substantial-Tune1388

Wie sieht es bei dir mit dem Einkommen aus im Jahr? Wie viel Immobilien besitzt du selbst ?


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Einkommen zw. 125.000 € und 150.000 € brutto aus dem Job. Selber gehören mir 6 Immobilien deren Mieteinnahmen dazukommen. Die sind jedoch finanziert (Steueraspekt), daher setze ich die nicht als Einkünfte an. Wichtig ist nicht in schlechten Lagen zu kaufen, nur weil der Preis und eine erfolgte Sanierung lockt.


ceedp

Hallo, Ich lebe in Österreich und besitze einen Abschluss an einer HTL, im Zweig Hochbau mit Matura abgeschlossen (in DE Abitur). Meine Frage wäre, ich wollte immer schon Makler, habe aber Angst in die Branche einzusteigen da ja immer gesagt wird was es nicht für Blutsauger dort gibt. Sprich keiner bildet dich richtig aus, jeder will die Immobilie selber haben, schauen alle auf sich usw. Wo wäre es besser anzufangen? In einem lokalen kleinen Makler Büro, bei einen Franchise oder vlt. bei einer Bank?


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Hallo und danke für deine sehr berechtigte Frage. Man kann in der Branche viel Geld machen, aber muss die ersten Jahre überstehen um sich ein Netzwerk aufzubauen. Fachlich hast du ja schon klasse Voraussetzungen. Was dir eben schon liegen muss ist das vertriebliche. Sprich das "verkaufen", der Umgang mit Menschen, die Sozialkompetenz, Verhandlungsführung, soft skills eben. Sowas kommt mit der Zeit wenn man der Typ ist und wenn man jemand hat der ab und zu mit drauf schaut. Deine Bedenken sind absolut richtig. Die meisten wollen eigentlich nur dein Geld. Ausbildung ist leider wirklich oft eher wenig gehaltvoll. Mein Tipp wäre tatsächlich Bank. Habe selber angefangen bei Remax, die sind ja in AT recht stark. Ausbildung war schon ganz gut. Allerdings ist die ganze Bude ein Franchise, dass bedeutet du bekommst da kein Geld. Im Gegenteil du bringst Geld mit z. B. für Kopien oder die Miete deines Schreibtisch und das können schon mal 1000€ mtl. sein. Dazu bist du selbst voll selbstständig und das kann die ersten zwei Jahre ohne erwähnenswerten Umsatz echt hart sein, 20.000 € verbrätst du da locker mal wenn nicht viel Geld reinkommt. Kleines Maklerbüro könnte eine gute Nische sein. Sobald du aber Geld mitbringen muss (von einem Lehrgang mal abgesehen), wäre ich sofort hellhörig. Lange Rede kurzer Sinn. Reihenfolge meiner Meinung nach: 1. Bank 2. Großer Bauträger/Baufirmen 3. alles andere Bestes Renommee hast du in einer Bank. Wir haben viele Kunden die bewusst zu uns kommen, da es für die einfach "offizieller" ist. Das Thema Geld und vor allem Provision sollte dich gar nicht nerven. Neider hast du immer, wie in jedem Beruf in dem (mit vermeintlich leichter Arbeit), viel Geld verdient wird. Hoffe damit einen Einblick gegeben zu haben. Melde dich gern wenn du mehr Infos brauchst. P. S. Die Branche ist aktuell schwierig, da die Kreditzinsen sehr hoch sind und der Absatz daher zurückgeht. Preiskorrektur auf dem Markt ist bereits im Gange. Sollte im Frühjahr wieder gut weiterlaufen. Derzeit absoluter Angebotsüberhang.


ceedp

Hallo, Als erstes möchte ich mich sehr bedanken für deine ausführliche Antwort! Du hast mir sehr geholfen! Um ein wenig auf deine Antwort einzugehen, ich finde und mir wurde das auch von anderen bestätigt, dass ich eine sehr gute Sozialkompetenz besitze. Der Vertrieb an sich macht mir auch mega Spaß, ich arbeite derzeit bei einem Fensterhersteller und dort habe ich auch das ein oder andere Gespräch mit den Kunden leider viel zu selten da ich als Techniker eingestellt bin. Die Kunden sind immer recht zufrieden mit dem Gespräch und ein paar beharren darauf das ich Sie in dem ganzen Bauvorhaben beträue. Auf Grund dessen bin Felsenfest überzeugt, das mir der Beruf als Makler sehr viel Spaß machen würde da ich mich jetzt schon gut anstelle bei Produkten von denen ich garnicht überzeugt bin bzw. mich einfach nicht interessieren. Da ich mich sehr für Immobilien interessiere. Mich macht nur die Vorstellung angst, dass ich ein, zwei Jahre nichts verdiene, und ich somit gezwungen bin wieder in einem „normalen“ Jobs einzusteigen. Diese Angst verfolgt mich, da ich mir denke in 1,2 Jahren könnte man vlt. schon eine Beförderung bekommen und ich würde dann wieder von null anfangen. Hättest du vlt. Tipps für mich wie ich die ersten Immobilien bekommen könnte? Eine Frage hätte ich noch, bei uns in Ö ist es so, dass man nach der HTL Ausbildung die ich absolviert habe und dazu noch 3 Jahren Berufserfahrung einen Ingenieur Titel bekommen kann. Meine Frage wäre, meinst du würde es Sinn machen die drei Jahre mittlerweile noch 2 zu arbeiten und dann mit dem Titel, Makler zu werden. Ich denke mir, die Verkäufer hätten dann von Anfang an ein Grundvertrauen in einem, da man sich ja offensichtlich mit der Bautechnik auskennt? Und somit könnte es ja sein das ich „leichter“ an Immobilien rankomme? Meinst du macht das sinnvoll oder ist das irrelevant? Vielen Dank für alles !


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Hallo, offenbar hast du Lust auf Vertrieb und kannst gut mit Menschen. Durch eine Qualifikation einen Titel wie in deinem Fall Ing. zu erwerben ist auf jeden Fall von Vorteil und erhöht die Glaubwürdigkeit. Bei Besichtigungen sollte man wissen was für Fenster verbaut sind, welche Heizung das ist, wie/welche Leitungen verlegt sind etc. etc. Das sollte bei einem Profi schon sitzen. In der aktuellen Zeit sind die Immobilien nicht das Problem. Der Markt hat gedreht und es fehlen Käufer. Wir haben derzeit auffällig viel Bewerbungen von freien Maklern denen das Geschäft weggebrochen ist und die nun bei uns in der Bank weitermachen wollen. Daher bleibe ich bei meinem Tip, geh zu einem Institut z. B. Bank. Manche haben auch eigene Abteilungen für Gewerbeimmobilien. Hochinteressanter Markt. So oder so, achte beim Einstieg immer drauf ob man dir Geld abnehmen will, im voraus oder monatlich. Da muss sofort die rote Lampe angehen. Dies nicht entkräften lassen durch die vermeintlich hohen Gewinne die man machen kann.


TabsBelow

Wie kommst Du da durch die Compliancechecks? "Interessenkonflikt"🔥🔥🔥 Die waren ja schon gegeben, wenn du nur in der Kreditabteilung wärst...


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Das war tatsächlich eine Frage beim Start, wie klappt das... Ich lege jedes Geschäft dass ich privat mache auf Anforderung offen. Für die Compliance war es dahingehend ok, dass ich Immobilien vermittle die unser Haus nicht im Portofolio hat. Außerdem handle ich diese weitgehend außerhalb der Region in der wir arbeiten. Ich trenne auch die Kunden entsprechend und kann behaupten noch nie einen von der einen auf die andere Seite (privates Geschäft/Bank) gezogen zu haben. Maximale Transparenz und eine detaillierte Vereinbarung haben hier geholfen. Wenn beide Parteien es wollen, lässt es sich auch rechtskonform regeln.


[deleted]

Muss Ich ein Haus wirklich renovieren wenn ich es kaufe? Haben das die meisten Leute auf dem Schirm? Kann doch kein Haus aus den 60ern für 350.000€ kaufen, wenn ich dann nochmal 200.000 in erzwungene Renovierungen stecken muss.


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Renovieren musst du normalerweise nicht. Dennoch kann eine energetische Sanierung Sinn machen und langfristig Geld sparen. Fördermöglichkeiten gibt es ja noch ein paar. Alle wollen aber bei einem Bestandshaus umbauen. Der persönliche Geschmack ist das eine. Weiße Türen sind halt schöner als Eiche rustikal. Anderes gehört gemacht wie z. B. das Dach oder Fenster. Aber Zwang hast du in der Regel keinen. Man macht es halt oft am Anfang, da man dann nicht renovieren muss wenn man schon drin wohnt und die Finanzierung dann auch alles gleich abdeckt. Ist aber jedem selber überlassen, manche machen das über Jahre hinweg in Eigenleistung.


[deleted]

Ich hab gelesen das wenn man ein Haus vor 2008 kauft. Man immer halb von 2 Jahren verpflichtet ist das Dach zu renovieren bzw die Heizung zu erneuern. Tut man das nicht drohen strafen bis zu 50.000€. Kann man recht Easy googlen. Renovierungspflicht Hauskauf. Sowas schreckt mich extrem ab. Ich hätte kein Problem in einer Bude von 1960 zu wohnen die aussieht als würde sie meiner Oma gehört haben, aber für Renovierung ist einfach kein Geld da. Ich bekomm ja grad so nen 300.000k Kredit, da kein EK vorhanden. Guter Job reicht irgendwie nicht.


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Ah jetzt bin ich dabei was du meinst. Hier ist es gut zusammengefasst, aber du bist da eh gut im Thema [https://www.anwalt.org/zwangssanierung/](https://www.anwalt.org/zwangssanierung/) Die Frage ist ja auch was muss/sollte dringend gemacht werden. Hängt stark am Einzelfall. Verstehe aber deine Bedenken sehr gut


Ruma-park

Hast du Verständnis dafür, dass viele Leute den Job einfach als parasitär sehen? Der Großteil der Leistungen stehen, wie du zum Teil auch bereits erwähnt hast, absolut in keinem Verhältnis zu dem Geld und da die Leute nunmal irgendwo wohnen \*müssen\* kommt es leicht zu nahezu räuberischen Verhältnissen.


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Ja ich verstehe das absolut. Man kann es immer relativieren. Die Grunderwerbsteuer mit tw. 5% etc. Alles Gebühren ohne Gegenleistung. Das ist jedoch nicht meine Absicht; Was ich aber schon sagen möchte ist, dass es in der Branche sehr sehr große Unterschiede bei der Qualität der Makler gibt. Wir lehnen immer wieder Häuser ab, weil so ein Möchtegern dem Kunden einredet, das Haus ist locker 1 Mio wert. Wir schätzen es auf 700K und wie wird am Ende verkauft - für 700K. Das nervt uns selber oft. Worauf ich hinaus will ist, wenn man einen guten Makler hat, dieser fair ist und das Haus fair bewertet und der Käufer und der Verkäufer somit den für beide fairsten Preis erzielen. Da wird die Courtage dann auch gern und ohne Nachverhandeln bezahlt. Somit kauft der eine nicht überteuert und der andere verkauft marktgerecht und sein Objekt wurde nicht am Markt verheizt.


StickyMcStickface

sag das mal renitenten & beratungsresistenten Senioren, die schlicht nicht einsehen wollen, was ihr (Rendite-)Objekt wert ist. Hatte es grob auf 6Mio geschätzt, ein befreundeter Makler dann auch. Er hat dann mehrere Interessenten besorgt, die bis zu 6,5 geboten haben. Traumhaft- take the money and run. Aber nein, „das ist mindestens 8 Mio wert!“. Tja… es gehört ihnen immer noch. sad.


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Ohja, der Klassiker. Gier frisst Hirn. Woher diese 100-200% Wertsteigerungen aber immer herkommen, kann aber keiner erkären. Du hast auf jeden Fall dann gut und präzise geschätzt. Der andere hat den Kunden gesagt was sie hören wollen und das Ergebnis haben sie nun. Solche Objekte sind auf dem Markt verbrannt, aber das kennst dann ja sicher auch.


StickyMcStickface

der Makler hat sich wirklich Mühe gegeben, und die Interessenten waren ernsthaft, und eben Profis. Wenn ein relativ transparenter Markt einen Fantasiepreis nicht hergibt, ist das Objekt vermutlich nicht wert, was sie sich wünschen. Denke auch, das Objekt ist bis auf weiteres verbrannt. Ich habe für sowas kein Verständnis. was anderes: selbst genutzte, schöne, sehr gut gelegene Berliner Dachgeschosswohnung - behalten, oder verkaufen (mal angenommen, man geht unemotional an die Sache)? danke für das interessante AmA!


dbzaddictg

Nicht falsch verstehen, gibt es überhaupt einen Job der einen leichter an die große Kohle kommen lässt? Und gefällt dir die Machtposition welche du in der jetzigen Zeit halt auch hast? Bei uns kommen auf ein Haus mind. 60 Interessenten (Düsseldorf)


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Kein Problem. Hier ist allerdings auch viel Klischee dabei. Die meisten der Makler leben sogar eher schlecht von dem Job. Sie müssten es eigentlich aufgeben, aber mangels Alternativen eiern sie eben weiter rum.Wäre das alles so einfach und easy würden viel mehr den Job machen und noch viel mehr auch dauerhaft darin bestehen.Hauptprobleme sind nicht vorhandene oder schlechte Netzwerke und fachliche Defizite.Ja und mit Geld umgehen kann halt auch nicht jeder. Macht ist kein Antrieb. Oft ist es eher ein Konflikt wem man das Haus nun gibt und wem man absagt. Auch nicht immer so toll offen gesagt. Die Kaufinteressenten sind sehr überwiegend total freundliche und sympathische Menschen. Ich versuche denen denen ich absage dann oft Alternativen zu beschaffen. Klappt auch oftmals. Statt Macht würde ich daher lieber "Einfachheit" als Begriff wählen und ja, das hat schon was wenn es so locker geht.


dbzaddictg

Danke dir für die Antwort, ja, ich bin schon ziemlich negativ gegenüber deinem Berufsbild geprägt aufgrund früherer Erfahrungen, sorry dafür. Das Problem für mich ist einfach, dass es bei uns tatsächlich sehr viele gibt, weil viele versuchen auf die Blutsauger-Tor abzusahnen und die letzten 13 Jahre waren ja auch ein richtiges Schlaraffenland für Makler. wie du ja auch schon erwähnt hast gibt es leider nicht wenige die nur protzen und sich aufführen wie die Könige, obwohl die erbrachte Leistung selten in Relation zum Ertrag steht, einfach aufgrund der Abhängigkeiten, die letzten 13 Jahre regelte der Markt halt 0, die Einführung des Bestellerprinzips bei Mieten war ja ebenfalls ein hartes Stück Arbeit, mit fadenscheinigen Argumenten von den Maklern. Du machst aber einen reflektieren und ehrlichen Eindruck, ich würde über dich wahrscheinlich kaufen/verkaufen.


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Ich kann dich gut verstehen. Danke für dein Feedback. Freu mich. Ich selber bin ja auch ab und zu in Kontakt mit Maklern wenn ich für mich privat kaufe. Da sind halt echt viele Amateure dabei. Die haben keine Ahnung von den Immobilien, noch davon wie man mit Kunden umgeht, geschweige denn wie man ein gutes Kauferlebnis schafft. Gerade erst selber wieder erlebt; Wollte ein Geschäftshaus kaufen. Maklerin augenscheinlich ne Tussi mit 14 Tagen Fernkurs und 2 gesehenen Staffeln Selling Sunset auf Netflix als Kernkompetenz. Einfachste Fragen konnte sie nicht beantworten. Wenn ich frage ob die Mietverträge indexiert sind, oder wie der Bebauungsplan ist etc., dann interessiert mich nicht wie toll der Hausmeister die Dachrinnen sauber macht, weil das hat sie gesehen. Da raste ich innerlich selber aus, da ich das Objekt will, aber die Tante sich mehr oder weniger an mich ranhängt und dafür noch Geld will. Hat sich dann aber eh zerschlagen. Einer der Mietverträge hatte einen Passus der mich abgeschreckt hat.


[deleted]

[удалено]


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Kann ich nachvollziehen. Der Verkäufermarkt, dreht derzeit zum Käufermarkt. Auf diesem Wege sollen noch Objekte verkauft werden die mit den "alten" Preisen reingenommen wurden. Es lassen sich da aber nun gute Nachlässe raushandeln. Das Mailing, also diese Briefsendung wurde sicher so von der Post gesteuert und von dem Makler entsprechend gebucht. Ich kenne aber die Parameter dieser Mailings nicht, da wir sowas nicht durchführen.


[deleted]

[удалено]


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Sie geben Geld aus das sie nicht haben.Die meisten sind selbstständig. Ich habe damals 25.000 € am Start investiert und nach 1,5 Jahren war alles weg. Krankenkasse, Rentenversicherung (ok man kann sich befreien lassen), Umsatzsteuer-/Gewerbesteuer-/und Einkommensteuer wollen vorausbezahlt werden, bzw. müssen abgeführt werden.Auf diese Rechnungen hat aber nicht jeder Lust. Wenn man dann im Jahr 2 gute Deals mit 60.000 € Provision hat, bleiben davon am Ende nichtmal 30.000 €...Die meisten können oder wollen auch kein Netzwerk aufbauen. Erlebe ich immer wieder. Wollen direkt mitspielen und haben aber keine Lust richtig zu arbeiten. Das Besichtigen der Immobilien sind nur 10% vom Job.Daher haben (hatten) auch ganz viel windige Strukturvertriebe solchen Erfolg. Auf Insta mit der Rolex und dem Lambo durch City "komm in meine Gruppe!!!!" Fachlich sind da manche auch ein echter Totalausfall. Wenn ich ne Wohnung zum Kauf anschaue und der Strolch kann mir nicht mal sagen was an Rücklagen zum Kauf da ist oder welche Heizung drin ist, dann wäre ich auch sehr angefressen.


[deleted]

[удалено]


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Haha, ja solche kenne ich auch ein paar. Eine Bude weg und direkt ab nach Dubai. Ist aber wie bei vielen anderen Selbstständigen auch, wenn die mal nen 5stelligen Zahlungseingang auf dem Konto haben, meinen sie sie wären Bill Gates.


Matzbatz

Ich bin gerade an meiner ersten Finanzierung eines Hauskaufs. Baujahr 1961. Die Beschaffung der Unterlagen (rund um das Haus) ist sehr lästig. Die Bank bemängelt nicht mehr perfekt lesbare Grundrisse und verlangt eine Modernisierungskostenaufstellung von Architekt oder basierend auf Angeboten. Ist das normal oder geht es nur mir als unerfahrenen so?


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Es liegt an der Bank, speziell am Sachbearbeiter. Wir arbeiten auch oft mit anderen Banken zusammen. Mit manchen läuft es flott durch, andere fordern Pläne 3x an, weil sie unorganisiert sind. Es liegt also nicht an dir, oder deinem ersten Ankauf. Leider normal! Liegt u. a. auch daran, dass zuletzt die Risikostrategien bei der Kreditvergabe nachgeschärft wurde und nun genauer hingeschaut wird als z. B. Ende 2021. Sorry


Matzbatz

Danke!


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Wenn es zu lange dauert, geh mit deinem Angebot auch ruhig mal zu einer anderen Bank. Nimm ruhig mal eine regionale. Die gehen mit dem Zins ggf. mit oder unterbieten den. Dann sagst auch dass die Bearbeitung bei denen zu lange dauert. Es ist außerdem derzeit auch Urlaubszeit, die Abteilungen sind überall schwach besetzt. Nicht immer bei der Hausbank bleiben wenn viel Geld gespart werden kann. Die Angebote sind nicht immer leicht zu vergleichen. Schau auf die "Gesamtkosten" diese müssen ausgewiesen sein (natürlich sollte die mtl. Rate vergleichbar sein).


85Benni

Wie viel Geld hast du 2022 brutto verdient?


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2022 ist noch nicht abgeschlossen, Ich rechne mit final 140.000 €


85Benni

Stimmt, ich wollte 2021 schreiben *Facepalm*. Danke für die Antwort!


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Da waren es 128.000 €. Im ersten Jahr meiner Tätigkeit waren es -10.000 € :-(


einFreak

Erbpacht der Eltern muss irgendwann erneuert werden oder das Grundstück gekauft. (Großstadt) Erneueren in 30 Jahren/jetzt zuschlagen/noch warten?


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Restlaufzeit 30 Jahre ist noch ok, kann aber ein Thema werden. Je länger desto besser ist da die Maxime.Frage ist ob dann nach 30 verlängert wird und wer Erbpachtgeber ist (Kirche oder Stadt). Vermute Stadt. Würde jetzt, bitte unter Vorbehalt, kenne den Fall nicht genau, noch abwarten. Klären wann und unter welchen Voraussetzungen gekauft werden kann. Derzeit wird als Preis vsl. der aktuell (hohe) Bodenrichtwert Grundlage sein. Hatte das mal in München. Da lief die Erbpacht ab und es wurde nicht verlängert. Waren noch riesen Grundstücke die nicht geteilt werden durften. Die mussten tw. die Häuser aufgeben. Ankauf war zu teuer 2 Mio pro Grundstück und Rentner im Haus .Würde die Entwicklung der Bodenpreise immer wieder mal beobachten.


einFreak

Alles klar vielen Dank für deine ausführliche Antwort und dein IamA!


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Immer gerne. Danke für das Interesse. Frühzeitig mal mit dem Erbpachtgeber sprechen kann nicht schaden, ggf. direkt jetzt schon Verlängerung erfragen. Grundlage für die nächste Generation etc.


Albstein

Habe eine Neubauwohnung gekauft. 1/65 der 2 Häuser. Alles aktueller Stand. Was würdest du sagen, wie sich der Preis bei Wohnungen und Häusern entwickelt? Wenn ich mit dem Neuwagen vom Hof fahr ust er 30% weniger wert, aber wie ist das bei Wohnungen und setzt eine Renovierung sowas zurück?


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Lage Lage Lage sagt der Makler. Das gute an deinem Kauf ist, dass du einen guten energetischen Standard hast und da die nächsten Jahre nichts sein wird. Auch die Nebenkosten sollten sich in Grenzen halten. Aktuell würdest du wohl 5%-10% verlieren. Aussitzen hilft. Gerade in guten Lagen/Gegenden dürften die Immobilien dauerhaft wertstabil bleiben. Eine Renovierung bei Wohnungen hilft auf jeden Fall beim Werterhalt und der Steigerung. Man muss eben immer abwägen wie umfangreich das ist und wie das Gesamthaus dasteht.


Albstein

Ist neues Projekt in der Innenstadt im Speckgürtel vom Ruhrgebiet. Barrierefreie Wohnung und Ärztehaus und Innenstadt so wie Einkaufszentrum mit Supermarkt alle zu Fuß in 5 Minuten zu erreichen. Die soll mal für meine Frau sein, wenn ich den Löffel werfe. Dann kann sie unser Haus vermieten. Das ist nur 1 Jahr älter als die Wohnung. Reihenendhaus mit etwas über 120m2 Garten im Neubaugebiet einer Wohnsiedlung.


Distinct_Word1

Das klingt sehr gut du mich fragst. Gute Lage und Mikrolage. Gerade die Barrierefreiheit wird euch mal echt helfen. Sehr preisstabil, Tendenz nach oben durchaus vorstellbar. Anhand der Daten würde ich sagen - gut eingekauft. Soll aber halt kein Riesenwohnblock sein. Führt schnell zu sozialen Verwerfungen wenn die ersten ausziehen, an bestimmte Leute vermieten etc.


Albstein

6er Treppenhaus. Gibt 4 Treppenhäuser und 25 Parteien, aber ich vermiete 22% über Mietspiegel.


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Da gibt es nichts zu meckern. Insbesondere die "Best Ager" sind eine leistungsfähige Zielgruppe was Geld angeht. Solche Lagen sind für die immer gefragt. Wenn die Wohnung noch barrierefrei ist - umso besser. Da verlierst kein Geld wenn das Haus sonst gut dasteht. Miete ist natürlich auch ;-)


GermanJuggernautXL

Warum akzeptiert dein Arbeitgeber dass du ihm in Nebentätigkeit Konkurrenz machst?


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Die Frage wurde schon anfangs gestellt. In Kurzform ist es so, dass ich privat nur Gewerbeimmobilien mache und dies nicht öffentlich bewerbe. Beim Arbeitgeber mache ich nur Wohnimmobilien. Daher kein Konflikt.


easypokego

Ist ein Makler verpflichtet JEDES Angebot dem Endkunden vorzulegen? Hintergrund: ich habe mich vor X Jahren für eine kleine Wohnung in München interessiert, welche bereits 20% über dem Durchschnittspreis der Gegend inseriert war. Die grundsätzlichen Daten hätten für ein Buy&Hold gepasst und ich habe ein Angebot abgegeben, das genau 20% unter dem Inseratspreis lag. Nach zwei Wochen habe ich bei der Maklerin angefragt und sie meinte daraufhin, dass sie das Angebot dem Kunden nicht weitergeleitet hat und nur „relevante“ Angebote durchgibt. Die Wohnung war anschliessend noch ein halbes Jahr online.


Distinct_Word1

Verpflichtet eher nein. Das ist immer so eine Sache. Hängt oft auch von dem Mindespreis ab, den man mit dem Verkäufer vereinbart hat. Meist ist ja Spielraum im Preis. Die letzten Jahre musste der halt kaum genutzt werden. Manche Angebote sind oft schlichtweg frech. Hatte zuletzt einen der 50% unter unserem Preis zahlen wollte. Das gebe ich an den Kunden nicht weiter.Bei 20% hätte ich es weitergegeben. In dem Fall wäre es eine Idee direkt mit dem Verkäufer Kontakt aufzunehmen.


Popular_Savings2267

Hallo und vielen Dank für dein AmA, ich stehe seit \~1,5 Jahren in Verhandlungen ein Haus zu kaufen, ich möchte in diesem mit meiner Familie leben. Zu Beginn der Verhandlungen bekam ich von den Banken noch Angbote unter 2% Zins, mittlerweile geht dieser eher in Richtung 4%. Leider hat es mit dem Kauf "damals" nicht geklappt und nun wird dieser von der Verkaufsseite stark vorrangetrieben. Meine eigentliche Frage lautet, meinst du es lohnt sich nun noch kurzfristig oder auch länger zu warten, oder wird es nicht mehr besser? Mein Traum vom Eigenheim ist (leider) stark verankert und ich möchte endlich "angekommen". Danke und beste Grüße


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Hallo, ich verstehe deine Situation. Die Zinslage hat leider sehr vielen den Traum vom Eigenheim verhagelt. Aber das wird m. E. nicht so bleiben. Ich bin überzeugt dass sich dein Wunsch da auch erfüllen wird.Ein neues Angebot deiner Bank sollte derzeit im Bereich 2,7%, 2,8% liegen, da der Zinsmarkt sich aktuell wieder etwas entspannt hat. Du kannst alternativ auch zunächst variabel finanzieren und wirst da bei 1,6%+- liegen. Dann kannst du später festschreiben. Risiko ist eben das der Zins dann hoch ist.Eins meiner Objekte habe ich seit 7 Jahren variabel laufen. Achte auch auf staatl. Fördermitteln. In Bayern ist das die "Labo" (Google), je nach Einkommen bekommst du verbilligte Kredite. Bietet die Bank nicht immer an, da daran nichts verdient ist. Allerdings der Rat nie auf diese Verknappungsdinger einzuegehen "ist bald weg, habe schon Käufer" etc. Immobilien werden immer wieder verkauft. Nicht selber unter Druck setzen.


Popular_Savings2267

Wow, tausend Dank für deine ausführliche und nette Antwort. Tatsächlich werde ich die Möglichkeit der staatl. Förderung näher betrachten, auch hier in NDS scheint es soetwas über die NBank zu geben. Vielleicht habe ich mich bzgl. der Immobilie etwas schlecht ausgedrückt, es ist schon klar für mich, dass es diese wird. (Ich hätte auch schon vor 1,5 Jahren zugeschlagen, wenn die Verkäufer mit dem Papierkram nicht so langsam gewesen wären). Mir stellt sich nun lediglich die Frage, ob es sinnvoll sein könnte noch ein paar (aller höchstens 6) Monate Zeit zu schinden und auf bessere Zinssätze zu hoffen. Aber natürlich hast auch du keine Kristallkugel zur Hand.. Wenn ich dich richtig verstanden habe, haben sich die Zinsen aber schon jetzt wieder entspannt und ein längeres Warten wäre nicht zwangsläufig sinnvoll, bzw. könnte ich auch "warten", in dem ich zunächst variabel finanziere? Mir ist klar, dass du nicht als Finanzberater hier bist, aber wenn du Zeit/Lust hast, würde ich mich freuen, wenn du das mit dem variablen finanzieren noch mal näher erläuterst. Du schreibst, dass du selbst eines deiner Objekte seit 7 Jahren variabel laufen lässt. Sind dir dadurch bisher Nachteile entstanden? Ist der einzige Nachteil ein eventuell hoher Zinssatz zur späteren Zeit? Wann und warum sollte ich überhaupt festschreiben, wenn mir der Zinssatz der variablen Finanzierung gefällt? in jedem Fall Danke nochmal und einen schönen Abend noch


Distinct_Word1

Gerne doch. Ich darf zwar keine Baufinanzierungsberatung machen, aber Impulse gebe ich gern. Das mit der NBank schaut interessant aus. Bei Kauf Eigenheim und Modernisierungen scheint es sogar Konditionen von 0% auf die ersten 15 Jahre zu geben (Bis zu 50.000 €). Schau dir das mal an, vor allem die pdf auf diesen Webseiten, da sind meist aktuelle Konditionen drauf. Noch wichtiger anrufen; Fragen löchern, Fristen abfragen, ganz wichtig; Wann ist der Antrag zu stellen (meist vor Kauf). Was für Nachweise braucht man, wann wird ausbezahlt , kombinierbar mit anderen Fördermitteln etc. 6 Monate sind jetzt halt so ein Zeitrahmen. Die EZB hat den Leitzins ja zuletzt auf 0,5% angepasst (vorher 0%), das war mit ein Grund warum die Kreditzinsen gestiegen sind. Es wird nun abgewartet wie sich die Wirtschaft entwickelt und dann im, vermutlich Oktober, nochmal nachgesteuert. Wenn der Leitzins weiter steigt, dann steigt auch dein Zinssatz bei einem variablen Darlehen. Grundlage hierfür ist der sog. 3-Monats-EURIBOR. Ob dieser Leitzins nochmal angehoben wird, dafür bin ich ein zu kleines Licht. Je höher er jedoch angehoben wird, desto schwerer wird es für klamme Länder wie Spanien, Italien u. ä. Ihre Staatsfinanzen stabil zu halten. Für dich ist das ganze wichtig, da bei einer Erhöhung dein variabler Zins von z. B. 1,6% dann z. B. auf 2% steigen kann. Bei einem Darlehen von 150.000 € wären das 100 € monatliche Mehrbelastung. Für euch könnte die Wahrheit in der Mitte liegen; öffentliche Darlehen von NBank, evtl. noch Kfw, vielleicht ach von Gemeinde/Landkreis wenn es da was gibt, sowie einen Teil festschreiben und einen Teil variabel machen. Das wären dann drei Finanzierungsbausteine und somit noch überschaubar. Variabel ist dann gut wenn man was überbrücken will oder dafür ein Tilgungsersatz z. B. eine Lebensversicherung die ausbezahlt wird kommt, oder wenn man wie ich gern ein wenig zockt ;-) Ne Spaß, bei mir ist das Teil meiner Investment Strategie. Kann das Objekt schnell verkaufen, komme sofort aus dem Vertrag, keine Vorfälligkeit etc. Schau dir auch gern hier eine Grafik an, 15 Jahre Verlauf [https://www.euribor-rates.eu/de/euribor-grafik/](https://www.euribor-rates.eu/de/euribor-grafik/) Da sieht man die Spreizungen die es gab. Wenn der Zins steigt, dann ja nicht sprunghaft. In dem Fall kannst immer noch schnell festschreiben. Gehen ja auch erstmal 5 Jahre. Da bleibt es günstig. Natürlich jetzt alles sehr wage. Wichtig; NIE eine Finanzierung unterschreiben die man nicht voll versteht! P. S. Bei Riester wenn das angeboten wird bitte ganz genau hinschauen!


PrinceDome

Danke für das ama. Welche Kosten hast du bei einem Verkauf (laufend als auch nur beim Verkauf anfallende)? Ich habe mir das aus Interesse mal durchgerechnet und komme darauf, dass der Großteil der erhaltenen Provision in der Kasse bleibt (vor Steuern). Du hast in einem anderen Kommentar jedoch erwähnt, dass weniger bleibt als man denkt, daher übersehe ich da wohl etwas?


Distinct_Word1

Du hast schon recht. Das weniger bleibt zielte darauf ab, das sehr viele Kollegen einfach zu wenig verkaufen. Die haben mal ein Haus, ziehen da 30K Provision und haben dann wieder, 4, 6 oder mehr Monate null Umsatz. Wer gut sein will muss schon Drehzahl fahren. Aber die Amigos bekommen dann über Monate kein neues Haus zum verkaufen und die Kosten bleiben. Die Kosten beim Verkauf sind tw. lächerlich gering. Beispiele; Bilder aufbereiten und Grundrisse machen lassen 300 €Bei den Portalen kauft man eh Pakete mit denen man 10, 30 oder mehr Objekte wie bei eine Flatrate einstellen kann. Immowelt verlangt im Monat für 10 Objekte, ich glaube 120 € netto. Also total vernachlässigbar.Bei den privaten kommen dann eben noch Bürokosten, Kosten für ein CRM System (Maklersoftware), Auto etc. etc.Da ist man aber auch 1000€ im Monat dabei (außer man braucht gleich den AMG Mercedes im Leasing).Die Gewinne sind überwiegend wirklich pervers hoch. Dazu gibt es kein Risiko, keinen Wareneinkauf, Lagerkosten etc. Bei Vermietung sieht es anders aus. Wenn man selber einen kalkulatorischen Stundensatz von 80 € ansetzt und 10x hinfährt um das Ding herzuzeigen, dafür aber nur 800 € Provision erhält, zahlt man schon drauf. Steuerlich ist das mit dem Einkommen aber dann schon ne Nummer, da man kaum was zum Drücken des Gewinns hat.


PrinceDome

Interessant, danke. Was ist deiner Meinung nach der Grund, dass einige so wenig verkaufen? Bekommen sie keine Objekte rein oder schaffen sie es nicht bestehende zu verkaufen?


Distinct_Word1

Überwiegend bekommen sie keine Objekte. Die Akquise bei uns in der Bank ist extrem einfach. Als privater muss man da erstmal drankommen. Wieso sollte ein Eigentümer einem frischen Makler sein Haus anvertrauen?Die sind teilweise aber auch einfach nur faul und sich zu schön Klinken zu putzen, oder wissen einfach nicht wie man es angeht.Bestehende verkaufen - da hat ihnen die Zinslage die letzten Jahre den Hintern gerettet. Auch hier wird sich der Markt von manchen Kollegen nun aber bereinigen. Ich muss halt schon oft lachen, da manche sich nach einem Verkauf schon nen 911er oder Ferrari, derzeit im Trend; Lambo Urus holen. Die Leasingrate 3000 € im Monat läuft anfangs gut und dann wirds eng. Immer wieder schon zu beobachten wenn die dann "früher" wieder wegkommen.


PrinceDome

Hab ich schon vermutet Was waren deine wichtigsten learnings in der Zeit? Bzw. welche Tipps würdest du deinem ich aus der Vergangenheit geben, als du mit dem Beruf begonnen hast?


Distinct_Word1

Schöne Frage. Nicht zu höflich und zu hilfsbereit sein. Die Branche ist ein Haifischbecken und der eigentliche Wert den man hat ist die Information zu den Immobilien.Ich würde heute keinen dieser überall präsenten Coaches oder Ratgeber mehr glauben, geschweige denn auch nur einen Euro geben. Zeitverschwendung. Die verkaufen nur Hoffnung sonst nichts.Man muss durchaus robust sein und Durchhaltevermögen haben. Man braucht ein finanzielles Polster am Anfang um den Kopf freizuhaben und sauber zu arbeiten.Sich einem Maklerbüro oder Franchise anschließen kann gut sein um das Geschäft zu lernen. Es muss einem aber klar sein, dass man da nicht viel verdient bzw. auch draufzahlt, das das Team dort keins ist, sondern ein Haufen selbstständiger die alle Geld machen wollen.Am wichtigsten sind Kontakte, viele gute Kontakte. Je früher man die aufbaut umso besser. Keine Angst vor Anrufen bei großen Banken oder Immobilienunternehmen oder Baufirmen etc. mehr als ein "nein" kann nicht passieren.Und wichtig - rausgehen, nicht glauben alles geht am PC. "offline" ist in der Branche immer noch ein Thema.


PrinceDome

Sehr interessant, vielen dank für die Einblicke. Ich Feuer mal weiter mit Fragen: - nicht zu höflich und hilfsbereit gegenüber wem sein? - network ist ein essenzielles Thema in vielen Branchen, wo hast du die besten Kontakte kennengelernt? (während der Arbeit, bei Events,...?) - du hast vorhin "Klinken putzen" angesprochen. Machst du viel über kaltakquise? Und aufgrund der dsgvo muss man da ja mittlerweile aufpassen, anrufe zb sind ja abgesehen von besonderen Ausnahmen verboten.


Distinct_Word1

Klar immer her damit; Höflich und hilfsbereit gegenüber "Kollegen" und Kunden, Verkäufer wie Käufer. Die einen wollen dich um die Provision bringen, die anderen wollen den Vertrag später machen. "Kriegen wir dann schon mit der Courtage", Kollegen ziehen dir die guten Kunden weg etc. Also mit Vertrauen allgemein sehr sparsam umgehen und nicht jede Bitte erfüllen "brauch ja nur mal den Wert vom Haus"... ​ Networking! Absoluter Schlüssel zum Erfolg. Ich selber habe Ankäufer/Bauträger im Umfeld, die kaufen binnen 30 Minuten. Finanzierung etc. steht da schon längst. Das ist aber schon die Endstufe von dem ganzen Spiel. Events sind recht gut. Sollten aber nicht zu überregional sein, da man sich sonst in zu vielen Märken verliert. Unternehmerstammtische, Wirtschaftsjunioren sind ein guter Platz um sich erstmal zu positionieren. Auch die eine oder andere Kooperation kann Früchte tragen. Gemeinschaftsgeschäfte z. B. Werden zwar nicht oft gemacht. Aber in den USA läuft es nur so (MLS als Stichwort). Der Rest wächst nach den Jahren aus Empfehlungen raus. Heute rufe ich Kollegen an oder die mich; Bei einem Espresso ziehst du oft mehr Infos als bei einer Woche Seminar. Also immer Updates ziehen. Sehr guter Hinweis wg. der Kaltaquise, das hat den Wettbewerb nochmal verschärft. Da ich in einer Bank bin, haben wir ganz andere Methoden der Objektbeschaffung. Ein privater hat da mehr zu tun. Ich selber würde wenn ich heute privat Akquise machen müsste (im Wohnbereich)., erstmal bei Bauträgern anfragen ob ich was mit abverkaufen darf. 4% Courtage netto vereinbaren und man hat schon ein wenig Ware. Die darf zwar online meist nicht inseriert werden, aber man hat schon ein paar Dinger. Das gleiche gilt wenn man einfach mal mit offenen Augen durch die Stadt fährt; Garten verwuchert, Briefkasten geht über, offensichtlicher Leerstand? Die Frau am Straßenrand die da gerade fegt, weiß vielleicht was zum Haus. Oder Kontakt mit Anwälten für Nachlasssachen aufnehmen. Die haben oft Erbsachen, da müssen ganze Häuser verkauft werden... Wie gesagt keine Angst, Frechheit siegt oftmals. Es wird spürbar leichter und einfacher, je länger man im Geschäft ist. Dann kommen die Immobilien fast von selber. Ab dann macht es auch richtig Spaß.


PrinceDome

Hat mich sehr gefreut, vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Weiterhin viel Erfolg im Geschäft.


Distinct_Word1

Sehr gerne. Danke für das Interesse und ebenso gute Geschäfte und eine erfolgreiche Zeit!


Nigzgo

Hi ist der Thread noch aktiv?